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Ein Kurztripp zu den Indianern - Eschweger Wanderfahrt auf dem Edersee Drucken E-Mail

So ein bisschen von Indianern hat es schon, wenn man die steilen, dicht bewaldeten Hänge rechts und links sieht. Könnte da nicht um die Kurve das von Rothäuten besetzte Kanu kommen?

Im Klartext: der Eschweger Ruderverein nutzt den Frühsommer-Sonntag für eine Tagesfahrt auf dem Edersee. Für den Verein ist dies Neuland und so ist der Fahrtenleiter dankbar, dass Sophie und Charlotte einen Tipp – auf der FWS-Klassenfahrt erkundet – geben konnten, wo man am See einsetzen kann. So starten wir unseren Sonntagsausflug von der Halbinsel Scheid- nach knapp zwei Stunden Anfahrt – ziemlich genau um 9:00 Uhr. Zwei Vierer – zehn Ruderer und total ruhiges Wasser. In der absolut ruhigen Morgenstimmung fahren wir den See aufwärts, kaum ein Mensch ist zu sehen, nur ab und zu ein Ruderboot mit Anglern. Überall Wald, keine Straße – wundervolle Stille. Wir rudern vorbei an der Jugendherberge und dem Marburger Ruderverein, wo zwei Vierer gerade ablegen. Asel und dann das Ende des Sees in Itter. Wir haben mehr als Vollstau, so dass noch alle Untiefen überflutet sind. Das ist dann schon komisch, wenn man plötzlich mitten im See sich entscheiden muss, ob man rechts oder links am Baum vorbei fahren will. Oder warum stehen die Schilder „Naturschutzgebiet“ mitten im Wasser? Wir haben echtes Glück mit solch hohem Wasserstand im Juni (Fortsetzung unten)

 Edersee Wanderfahrt 2010 Edersee Wanderfahrt 2010 Edersee Wanderfahrt 2010  Wanderfahrt Edersee 2010
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Durch zwei Brücken hindurch fahren wir jetzt noch die Eder aufwärts bis nach Kirchlotheim. Die Eder ist breit und dehnt sich mit Seitenarmen aus. An der Brücke ist laut Wahrsager Ende der Reise – doch bei diesem Wasserstand probieren wir es weiter flussauf. Bald wird es flach und die Fahrt bis zur Quelle fällt aus.

Nun geht diem Fahrt einmal komplett zurück. Es frischt leicht auf, etwas Wellen zeigen sich und die ersten Segler kreuzen unsere Strecke. Aber wir haben wieder Glück – die Sonne scheint, aber der Wind bleibt zu schwach für die Segler. Zur Mittagspause legen wir an der Halbinsel Scheid an, die Boote lassen wir an der Schräge im Wasser liegen. Echt erstaunlich ist es, wie der Edersee-Ausflugsdampfer einfach frontal auf die Schräge zufährt und dort über eine Rampe die Fahrgäste entlässt. Anleger gibt es nicht.

Nach der Mittagsrast ist Sonnencreme angesagt, der See füllt sich mit Booten, aber der Wind macht die Segler zu Stehseglern. Wir mogeln uns durch die Armada von Booten in Richtung Staumauer. Vorbei an Waldeck fahren wir bis zur Mauer, die vor dieser Seite aus wenig spektakulär aussieht. Spaß macht es Rennen mit den Motorbooten zu fahren – bleiben wir doch immer deutliche Sieger gegen die „schneckenden“ Elektroboote. Einmal zurück zur Halbinsel Scheid und echt kaputt beschließen wir unsere Jungfernfahrt auf dem Edersee – knapp sechzig Kilometer haben schon Kraft gekostet. Aber super Wetter, super See, super Rudern – gute Idee – wir kommen wieder.